Kapitalmarktausblick 2020: Geht die Rally an den Börsen weiter?

Am Ende des Jahres bricht die hektische Zeit an, sowohl in den Kaufhäusern als auch in den Finanzhäusern. Es ist die Zeit der Prognosen und Fragen: Wo steht der Deutsche Aktienindex (DAX) am Ende des kommenden Jahres? Was ist mit dem Euro? Oder dem Goldpreis? Oder den anderen Währungen und Rohstoffen?

Auch in den Finanzressorts der Zeitungen wird Platz gemacht für Tabellen mit vielen Prognosen, ähnlich wie mit der Stecktabelle des Kicker-Sonderhefts vor Beginn einer jeden Fussballbundesliga-Saison.

Allerdings ist eine Prognose nach Meinung seriöser Finanzexperten auf Sicht von 12 Monaten schlicht nicht möglich. Das wissen auch Prognosegeber. Dennoch sehnt sich der Mensch nach Gewissheit, auch wenn es die in Wahrheit nicht gibt. Das ist menschlich und nachvollziehbar.

Keiner kann in eine Kristallkugel blicken, deshalb halten wir uns mit Prognosen für 2020 bedeckt. Tatsache ist jedoch, wer glaubt der Crash stünde in den nächsten 12 Monaten bevor und daraufhin sein Depot umkrempelt, könnte schon zu den Verlierern zählen.

Schon der Altmeister Warren Buffet wusste:

Das größte Risiko ist, nicht investiert zu sein!“

„Deshalb macht es seiner Meinung keinen Sinn ständig zu versuchen den Ein- oder Ausstieg zu optimieren… Das Risiko an der Seitenlinie zu stehen ist gigantisch relativ zum Risiko investiert zu sein.“ (Warren Buffet)

Es spricht allerdings einiges dafür, dass DAX, Dow Jones & Co. noch nicht ihr volles Potential ausgeschöpft haben. Da sind zum einen die deutlich verbesserten Konjunkturerwartungen – insbesondere in China und Deutschland. Zum anderen ist mit Blick auf den Brexit und den Handelskonflikt zwischen den USA und China besonders von institutionellen Investoren sehr viel Geld im Markt, das potentiell investiert werden kann. Aber auch die meisten Privatanleger haben sich erst zuletzt wieder aus der Reserve locken lassen. Der Brexit, aber vor allem der Handelsstreit, haben zuletzt stark auf den Gemütern der Marktteilnehmer gelastet. In diesem Umfeld wurde kaum investiert. Daher sind Anleihen, REITs und defensiven Aktien überinvestiert. Gleichzeitig sind zyklische Aktien historisch gesehen unterinvestiert. Die verbesserten Konjunkturerwartungen zeigen aber, dass sich dieser Pessimismus langsam auflöst. Auf der anderen Seite sind sich vor allem die institutionellen Investoren darüber im Klaren, dass die grundsätzlichen Differenzen zwischen Peking und Washington noch eine ganze Weile anhalten dürften, auch wenn sich erste Annäherungen immer deutlicher abzeichnen.

Als wesentlicher Treiber für die positiveren Aussichten an den Börsen ist aber auch die erneute Bilanzausweitung der Notenbanken zu nennen. Die Anleihen bieten aufgrund der Bewertungen keine zufriedenstellende Alternative für überschüssige Gelder. Von daher bieten nur noch Aktien eine vernünftige Rendite.

Value-Werte deutlich unterbewertet

Bei der Liquidität gibt es also kaum Probleme. Derzeit spricht aber aus Sicht einiger Finanzmarktexperten dafür, im Value-Bereich engagiert zu sein, da diese Gattung deutlich unterbewertet ist. Investmentfonds, die Value-Aktien im Portfolio haben, finden sich in unserem FIS Strategiedepot (Verlinkung).

Gleichzeitig bieten europäische Value-Aktien mit rund vier Prozent eine attraktive Dividendenrendite. Aufgrund der insgesamt niedrigeren Verschuldung bieten klassische Value-Titel eher in Europa als in den USA eine Chance.