Nach dem Crash ist vor der Hausse: Geduld zahlt sich aus

„Ruhig bleiben und die Füße still halten“: So ließe sich eine der wichtigsten Regeln für Aktienbesitzer formulieren. Das belegt auch eine österreichische Studie, nach der ein Anleger, der vor der jüngsten Finanzkrise in Aktien investiert hat, bis heute im Schnitt einen Gewinn von 51 Prozent verbuchen konnte. Das Geheimnis ist einfach, nicht in Panik zu geraten und abzuwarten.

Keine Anlageklasse wirft über nahezu alle Betrachtungszeiträume hinweg solch hohe Renditen ab wie Aktien. Aktuelle Statistiken des deutschen Fondsverbands BVI über die letzten 30 Jahre zeigen das ganz deutlich. Trotzdem sind deutsche Anleger skeptisch und scheuen das vermeintliche Risiko. Dabei ist es relativ überschaubar. Wer sich mit der Dynamik des Aktienmarktes beschäftigt, erkennt schnell: Nach jedem Börsencrash folgt sicher die Hausse.

Hohe Rendite trotz Finanzkrise

So kommt eine Studie des Finanzjournalistenforums und dem Fachverband Finanzdienstleister in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) zu einem eindrucksvollen Ergebnis: Wer unmittelbar vor der Finanzkrise im Jahr 2007 Aktienfonds gekauft hat, hat damit bis heute sehr wahrscheinlich Gewinn gemacht – trotz der größten Finanzkrise der vergangenen 80 Jahre, bei der der Weltaktienindex vom Höchststand im Oktober 2007 bis März 2009 um 59 Prozent fiel.

Ein Rechenbeispiel: Wer im Juni 2007 10.000 Euro in einen Weltaktienfonds investierte, habe damit durchschnittlich 5.110 Euro Gewinn vor Steuern gemacht, was einer durchschnittlichen Jahresrendite von 4,2 Prozent entspricht. Zwischen drei und fünf Prozent Rendite pro Jahr sind üblich, kein Vergleich zum Sparbuch. „Die Investition in Aktienfonds sollte langfristig erfolgen – dann sind der Einstiegszeitpunkt und das Timing weitaus weniger entscheidend als gemeinhin angenommen wird. Wer einen Ertrag von vier bis sechs Prozent erwartet, kommt an Aktienpaketen nicht vorbei“, so Gabriele Radl. „Ein gewisses Risiko muss zwar in Kauf genommen werden, das gilt aber auch für vermeintlich sichere Anlagen wie Staatsanleihen, die dafür deutliche geringere Erträge abwerfen.“

Beharrlichkeit zahlt sich aus

Der Befürchtung, den richtigen Zeitpunkt für den Aktienkauf zu verpassen, begegnet man am besten damit, regelmäßig anzulegen, anstatt den großen Deal zu suchen. Wer so vorgeht, ist normalerweise erfolgreicher, das zeigen die Zahlen des deutschen Fondsverbands BVI: So erzielte ein Anleger, der ab 2007 regelmäßig Anteile von Weltaktienfonds erwarb, bis 2017 eine durchschnittliche Jahresrendite von 7,7 Prozent, bei Europa-Aktienfonds immerhin noch 6,4 Prozent. Wer auch während der Krise an seinem Investitionsplan festhielt, fuhr genau damit hohe Erträge ein. Es zeigt sich: Ruhe und Abgeklärtheit zahlen sich im Börsengeschäft aus.