Für die Altersvorsorge gilt eine einfache Regel: Je früher man beginnt, desto mehr Zeit hat das Geld, sich zu entwickeln. Genau hier setzt die geplante Frühstart-Rente der Bundesregierung an. Kinder sollen ab dem sechsten Lebensjahr bis zur Volljährigkeit monatlich 10 Euro vom Staat für ihre Altersvorsorge erhalten.
Das ist ein wichtiger Schritt. Denn damit rückt ein Thema in den Fokus, über das in vielen Familien bislang erst sehr viel später gesprochen wird: der langfristige Vermögensaufbau.
Doch eines ist ebenfalls klar: 10 Euro im Monat werden allein nicht ausreichen, um eine sichere Altersvorsorge aufzubauen. Sie können aber ein sehr guter Anfang sein.
Der entscheidende Vorteil: Zeit
Wer erst mit 40 oder 50 Jahren beginnt, Vermögen für den Ruhestand aufzubauen, muss meist deutlich höhere Beträge investieren. Kinder haben dagegen etwas besonders Wertvolles auf ihrer Seite: viele Jahrzehnte Zeit.
Durch langfristiges Investieren können nicht nur die eingezahlten Beträge wachsen. Auch erwirtschaftete Erträge können wiederum Erträge erzielen. Dieser sogenannte Zinseszinseffekt entfaltet seine Wirkung vor allem über lange Zeiträume.
Deshalb können bereits überschaubare regelmäßige Beträge einen Unterschied machen. Statt sich ausschließlich auf die geplanten 10 Euro staatlicher Förderung zu verlassen, können Eltern beispielsweise zusätzlich monatlich Geld für ihr Kind zurücklegen. Auch Großeltern können sich beteiligen und statt oder zusätzlich zu klassischen Geldgeschenken regelmäßig etwas für die Zukunft ihrer Enkelkinder tun.
Sparen für Kinder: Schon kleine Beträge können etwas bewegen
Ein langfristiger Sparplan lässt sich grundsätzlich bereits mit kleinen monatlichen Beträgen aufbauen. Je nach gewählter Anlageform kann das Geld breit gestreut beispielsweise in Fonds oder ETFs investiert werden. Dabei sollte die Geldanlage immer zur persönlichen Situation, zum Anlagehorizont und zur individuellen Risikobereitschaft passen.
Wer früh beginnt, muss dabei nicht sofort große Summen aufbringen. Viel wichtiger sind Regelmäßigkeit und ein langer Anlagezeitraum. Geburtstage, Weihnachten oder andere Anlässe können zusätzlich genutzt werden, um einmalige Beträge anzulegen.
So entsteht Schritt für Schritt ein finanzielles Polster, das dem Kind später viele Möglichkeiten eröffnen kann.
Frühstart-Rente als Anlass nehmen, über Geld zu sprechen
Die geplante Frühstart-Rente hat deshalb noch einen weiteren positiven Effekt: Sie kann Familien dazu anregen, sich frühzeitig mit Geldanlage und Vorsorge zu beschäftigen. Kinder können erleben, dass Vermögen nicht von heute auf morgen entsteht, sondern über viele Jahre aufgebaut wird.
Damit wird aus den 10 Euro vom Staat im besten Fall weit mehr als nur eine kleine monatliche Förderung: Sie werden zum Startschuss für eine langfristige finanzielle Vorsorge.
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