Die 5 wichtigsten Änderungen in Sachen Finanzen 2020

Die 5 wichtigsten Änderungen in Sachen Finanzen 2020
  1. Höherer Beitrag zur Basisrente steuerlich absetzbar

Beiträge zu einer Basisrente können als Sonderausgaben vom zu versteuernden Einkommen abgezogen werden – gemeinsam mit jenen zur gesetzlichen Rentenversicherung. Der dazu mögliche Höchstbetrag steigt ab Januar 2020 auf voraussichtlich 25.046 Euro beziehungsweise 50.092 Euro bei Verheirateten. Allerdings sind 90 Prozent davon ansetzbar. Zum Vergleich: In 2019 waren es 88 Prozent.

Konkret bedeutet das: Von Beiträgen in Höhe von 25.046 Euro, die maximal gefördert werden können, sind rund 22.541 Euro beziehungsweise 45.082 Euro für Verheiratete bei Beiträgen in Höhe von 50.092 Euro steuerlich ansetzbar. Die Grenze steigt weiter an – bis im Jahr 2025 der Maximalbetrag komplett steuerlich geltend gemacht werden kann.

  1. Steuerersparnis und Sozialabgabenfreiheit in der betrieblichen Altersvorsorge

Im Januar steigt wieder die Beitragsbemessungsgrenze (BBG). Diese ist der maximale Bruttolohnbetrag, der bei der Erhebung der Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung berücksichtigt wird. Der darüberhinausgehende Teil des Bruttogehalts ist beitragsfrei. 2020 klettert die BBG nach aktuellem Stand auf 82.800 Euro in West- und 77.400 Euro in Ostdeutschland.

Direkte Auswirkungen hat das auch auf die betriebliche Altersversorgung (bAV). Bis zu 4 Prozent der jeweils aktuellen BBG können Arbeitnehmer nämlich ohne Abzug von Sozialabgaben und 8 Prozent ohne Abzug von Steuern in eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds investieren. Der maximale sozialabgabenfreie Anteil erhöht sich damit 2020 von 268 auf 276 Euro monatlich, der steuerfreie von 536 auf 552 Euro.

Sofern der Arbeitgeber ergänzend entweder eine Unterstützungskasse oder eine Direktzusage anbietet, lässt sich der steuer- und sozialabgabenfreie Förderbetrag noch weiter ausbauen – steuerfrei sogar unbegrenzt. Durch Vereinbaren einer sogenannten BBG-Dynamik wird der Beitrag jedes Jahr automatisch analog der BBG-Entwicklung angepasst.

  1. Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenkassen steigt

Das maximale Einkommen, das bei der Erhebung der Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) berücksichtigt wird, steigt im Rahmen der jährlichen Anpassung von 54.450 Euro auf 56.250 Euro. Wer bereits mehr verdient, ist von der Anhebung voll betroffen – für diese GKV-Versicherten steigt der eigene Beitrag. Ändern wird sich zudem der durchschnittliche Zusatzbeitrag zur GKV: Dieser steigt um 0,2 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent.

Auch für Wechselwillige gibt es Änderungen: Gesetzlich krankenversicherte Angestellte, die sich fortan privat krankenversichern wollen, müssen 2020 mindestens 62.550 Euro brutto verdienen. Für Privatpatienten gibt es außerdem gute Neuigkeiten: Durch die Anhebung der Sozialversicherungswerte steigt der maximale Arbeitgeberzuschuss von monatlich 351,66 Euro auf 367,97 Euro.

  1. Entlastungsgesetz für pflegende Angehörige geplant

Die neue Regelung sieht vor, dass das Einkommen der Ehepartner der Kinder nicht mehr berücksichtigt wird. „Die private Pflegezusatzversicherung ist jedoch weiterhin unverzichtbar – sie schützt das Vermögen der Pflegebedürftigen und ermöglicht eine selbstbestimmte und qualitativ hochwertige Pflege

  1. Sonderabschreibung für neu geschaffenen Wohnraum

Immobilienbesitzer können für neue Wohnungen zukünftig neben der regulären linearen Abschreibung von 2 Prozent auch eine Sonderabschreibung in Anspruch nehmen. Sie soll im Jahr der Anschaffung beziehungsweise Fertigstellung und in den folgenden drei Jahren bis zu 5 Prozent jährlich betragen. Die Bemessungsgrundlage liegt bei maximal 2.000 Euro je Quadratmeter Wohnfläche.

Um von der neuen Regelung zu profitieren, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Durch Baumaßnahmen wird aufgrund eines im Zeitraum vom 1.9.2018 bis 31.12.2021 gestellten Bauantrags oder einer in diesem Zeitraum getätigten Bauanzeige neuer Wohnraum in einem neuen oder bestehenden Gebäude geschaffen.
  • Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten je Quadratmeter dürfen nicht über 3.000 Euro liegen.
  • Die Wohnung muss im Jahr der Anschaffung beziehungsweise Herstellung und in den folgenden neun Jahren der Vermietung zu Wohnzwecken dienen.

 

 

Die aktuelle Kapitalmarktsituation: USA und Europa oder Äpfel und Birnen?

Die aktuelle Kapitalmarktsituation: USA und Europa oder Äpfel und Birnen?

Ein kurzer Blick auf die Aktienindizes zeigt, dass die Kurse in den USA zuletzt deutlich zugelegt haben, während sie in Europa weiter gefallen sind. Eigentlich müsste es andersherum sein. Was läuft da „schief“?Warum reagieren die Kapitalmärkte so?

Vorab eine kleine Geschichte. Vielleicht haben Sie sie auch gelesen? Etwa zwei Wochen ist es her, da schlug die BILD-Zeitung „Geldalarm“ – „Inflation frisst Erspartes und Gewinne auf.“ Im Grunde liefert sie den Beweis gleich mit, vermutlich, ohne sich dessen bewusst zu sein. Links oben, in der Nähe der vier großen Buchstaben, steht nämlich der Preis:

90 Cent kostet heute ein Exemplar. 1986 waren es umgerechnet noch 25 Cent. 1996 dann 35 Cent und 2008 immerhin noch 60 Cent. Durchschnittlich hat der Springer-Verlag sein liebstes, weil provozierendes Printprodukt nach unseren Berechnungen pro Jahr um rund vier Prozent verteuert. Vier Prozent! Wie soll das ein Sparer heute verdienen? Ohne Aktien anlegen wird das unseres Erachtens nicht funktionieren.

Viele warten auf einen Rücksetzer an den Kapitalmärkten. Italienkrise, Handelskrieg, Lira-Absturz oder die endlose Debatte über einen ungeordneten Brexit müssten ausreichend Stoff bieten für einen ordentlichen Rücksetzer, so die weit verbreitete Einschätzung. Und überhaupt seien die Kurse doch viel zu weit gelaufen in den vergangenen Monaten. Das gelte insbesondere für den US-Markt, weniger für Europa. Tatsächlich? Viele glauben, dass amerikanische Aktien sehr teuer, europäische dagegen deutlich günstiger seien, die heimischen Unternehmen künftig demnach noch großes Aufholpotenzial hätten. So viel zu dieser leidigen Diskussion.

USA und Europa: Die wesentlichen Finanzmarktunterschiede

Die US-Märkte entwickeln sich deutlich besser als die europäischen. Dafür gibt es verschiedene Gründe, der erste ist struktureller Natur: in den USA verzerren die Tech-Giganten, Amazon und Alphabet beispielsweise, die Indexnotierungen überproportional stark. Ihre Kurszuwächse ziehen diese großen Indizes mit nach oben. In Europa jedoch gibt es keine Unternehmen, die vergleichbar wären mit den hiergenannten. Andersherum: Nähme man sie heraus aus den US-Indizes, fiele das Kursplus deutlich kleiner aus. Das US-Unternehmen ist also gar nicht so viel teurer als sein Konkurrent in Europa, wenn überhaupt. Meist werden jedoch Äpfel mit Birnen verglichen.

Die Steuerreform wirkt wie ein Turbo

Aber es gibt noch einen weiteren Grund für den Vorsprung der Amerikaner: die Steuerreform der US-Regierung. Sie erklärt die aktuellen Rendite-Unterschiede und ist aus Investorensicht derzeit der deutlich wichtigere Faktor. Die Steuerreform wirkt, das lässt sich unseres Erachtens mittlerweile absehen, wie ein gewaltiges Konjunkturprogramm für die US-Unternehmen. Allein im ersten Quartal fielen deren Gewinne im Schnitt um rund 25 Prozent höher aus als im Vorjahreszeitraum. Auch im zweiten Quartal beträgt das durchschnittliche Gewinnplus mehr als 20 Prozent. Der Steuervorteil im Vergleich zu den Mitbewerbern bleibt also aus Sicht der US-Unternehmen zunächst ein Wettbewerbsvorteil.

Für US-Aktien bedeutet das, dass die Kurse seit Anfang des Jahres zwar deutlich geklettert, die Bewegungen jedoch gefallen sind. Anders ausgedrückt: Aktien können auch steigen, ohne teurer zu werden. Genau das ist in den USA zuletzt passiert. Der lapidare Verweis auf die neuerlichen Höchststände soll meist nichts anderes bewirken, als potenzielle Investoren zu verunsichern. Aber er führt in die Irre: Dann nämlich, wenn die Unternehmensgewinne stärker zulegen als die Aktienkurse der betreffenden Unternehmen.

Sicher investieren statt ängstlich

Natürlich ist die Länge einer Börsenrallye kein Maßstab für eine Anlageentscheidung – darf es auch nicht sein. Niemand weiß, ob nicht irgendwo ein schwarzer Schwan daherkommt. Als Anleger oder Anlegerin sollten Sie stets vorsichtig sein, aber auch nicht ängstlich. In einem Umfeld niedriger Zinsen ist es langfristig unserer Meinung nach sehr viel riskanter, nicht investiert zu sein.

Ein gut und solide diversifiziertes Portfolio wie das FIS Strategiedepot ist die Lösung des Dilemmas. Die durchschnittliche Rendite beträgt 8,63 Prozent p.a. in den letzten sechs Jahren.

Aktienmärkte im Bann der Zinsen

Aktienmärkte im Bann der Zinsen

Im Januar 2018 erreichte der Deutsche Aktienindex, kurz „DAX“, neue Rekordhöhen. Während des Börsenhandels am 23. Januar wurde der neue Höchststand bei 13.596,9 Punkten markiert. Keine drei Wochen später näherte sich der populäre Leitindex dem Stand von 12.000 bis auf drei Punkte: ein Minus von 11,7 Prozent. Sofort war vom „Crash“ die Rede und vom Beginn einer längeren Durststrecke an den Börsen. Aber ist das gerechtfertigt? Oder haben wir nur eine relativ kleine, überfällige Gegenbewegung gesehen, eine sogenannte Kurskorrektur, die im Sinne einer Konsolidierung sogar zur Befestigung des erreichten Kursniveaus beiträgt?

Anlass zur Spekulation

Auch über den Auslöser des plötzlichen Kursrückgangs wird debattiert: Am 2. Februar wurde der US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht. Dabei wurden die durchschnittlichen Stundenlöhne für Dezember nach oben revidiert, vor allem aber fiel der Lohnanstieg auch im Januar stärker als erwartet aus: plus 2,9 Prozent gegenüber Januar 2017, was den stärksten Anstieg seit 2009 bedeutet. Dies schürte ohnehin vorhandene Ängste, die US-amerikanische Notenbank (Fed) könne ihre Leitzinsen schneller anheben, um den auflebenden Inflationsgefahren entgegenzutreten – eine plausible Erklärung, zumal auch gute US-Konjunkturnachrichten die Angst vor Inflation und höheren Zinsen bekräftigten. Andere Finanzexperten wollen den Auslöser in einem sprunghaften Anstieg der Optionsprämien an der Terminbörse in Chicago ausgemacht haben. Dann hätte der sprichwörtliche Schwanz mit dem Hund gewedelt. So oder so ist die Sorglosigkeit, mit der gerade die Aktienbörsen in den USA von Rekord zu Rekord eilten, Vergangenheit.

Angst vor der Inflation

In den Prognosen für das Jahr 2018 waren die meisten Investmenthäuser von einem anhaltend stabilen Wirtschaftswachstum weltweit ausgegangen. Dieses Szenario hat auch heute noch Gültigkeit, sowohl in den westlichen Wirtschaftsräumen USA und Europa als auch in Asien einschließlich China und Japan. Es ist also nicht die Sorge davor, dass es mit der Weltkonjunktur jetzt schon bergab geht, sondern die Angst vor den Folgen einer boomenden Wirtschaft, denn damit kehrt das schon tot geglaubte Thema „Inflation“ zurück. Derzeit bewegt sich die sogenannte Kerninflation, die die Preisentwicklung ohne die stärker schwankenden Energie- und Lebensmittelpreise misst, noch innerhalb der erwarteten Bandbreiten. Dies könnte sich jedoch bei anhaltend gutem Wirtschaftswachstum, Fachkräftemangel und höheren Tarifabschlüssen peu à peu ändern. Dies wiederum würde die Notenbanken zu einer Umkehr ihrer in den vergangenen Jahren sehr lockeren Geldpolitik zwingen.

Anhebung des Leitzins in den USA

Bisher haben die US-Notenbank Fed, die Europäische Zentralbank (EZB) und Bank of Japan (BoJ) erhebliche Überschussliquidität bereitgestellt. Unter Überschussliquidität versteht man Geld, das nicht für die Zahlungsabwicklung benötigt wird und das deshalb in Vermögensanlagen fließt, darunter Immobilien und Aktien. Die Fed selbst hat diesen positiven Effekt auf die Aktienmärkte mit einem zusätzlichen Anstieg von sechs bis sieben Prozent pro Jahr angegeben. Allerdings hat die US-Notenbank schon im Dezember 2015 damit begonnen, ihren Leitzins schrittweise anzuheben. Seitdem haben die Aktienkurse an der Wallstreet weiter angezogen. Und auch in früheren Phasen steigender Zinsen sind die Aktienkurse meist weiter gestiegen. Panik, wie sie zeitweilig Anfang Februar aufzukommen schien, ist also auch im Fall steigender Zinsen nicht angebracht. Zudem ist noch gar nicht abzusehen, wann die EZB und die BoJ erstmals ihre Zinsen wieder erhöhen werden.

Keine Zinserhöhung in der Eurozone

Nicht wenige Kapitalmarktexperten zweifeln aber schon an der Erwartung steigender US-Zinsen.

Die aktuell guten Konjunkturdaten der US-Wirtschaft werden als sehr revisionsanfällig beurteilt, mit Tendenz einer Anpassung nach unten. Mit Bestimmtheit kann man im Moment wohl nur sagen, dass die Angst vor Deflation in Folge der Finanzkrise verschwunden sein dürfte. Damit entfällt für Notenbanken nach und nach die Notwendigkeit, so viel Geld wie in den vergangenen Jahren durch Zinsen nahe null in den Wirtschaftskreislauf zu pumpen. Dies spricht für eine allmähliche Normalisierung des Zinsniveaus. In der Eurozone dürfte es in diesem Jahr noch keine Zinserhöhungen durch die Notenbank geben. Böse Überraschungen wie unerwartete Leitzinserhöhungen können von dieser Seite eigentlich ausgeschlossen werden, weil die Notenbanken – und vor allem die Fed – seit Jahren eine sehr marktorientierte Kommunikation betreiben, also Veränderungen ihrer Geldpolitik mit einem Vorlauf von Monaten andeuten. Inflationssorgen mögen einen Anlass für Gewinnmitnahmen an den Aktienmärkten geliefert haben.

Die richtige Strategie

Ein wirklicher Grund für ein Ende der guten Kursentwicklung bei Aktien ist aber nicht gegeben: Konjunktur und Unternehmensgewinne entwickeln sich gut – bei immer noch sehr niedrigen Zinsen. Gerade in Europa gilt: Die Dividendenrenditen sind im Durchschnitt schon höher als die erzielbaren Zinsen. Und es ist nicht absehbar, dass sich dieses Verhältnis zugunsten der verzinslichen Anlagen bald ändern würde. Auf höhere Zinsen zu warten, ist und bleibt eine teure Strategie, zumal die Zinsen die steigende Inflation jetzt noch weniger als zuvor ausgleichen können. Für jeden, der ein paar Kursschwankungen aushalten kann, bleiben Aktien damit attraktiver als verzinsliche Anlagen.

Keine Krise in Sicht

Insgesamt ist die Mehrheit der Fondsmanager und Analysten der Meinung, dass der Kursrückgang im Februar als eine Korrektur zu verstehen ist, die nur wenig Anzeichen zeigt, zu einer Krise wie 2008 wachsen zu können. Kursstützend sollte wirken, dass viele, vor allem institutionelle Anleger, auf hohen Barbeständen sitzen. Sie verstehen solche Phasen immer auch als Kaufgelegenheit. Die meisten Fondsmanager raten allerdings auch dazu, nicht zu hoch zu investieren, sondern Aktienquoten in einem neutralen Umfang zu halten. Dieser fällt je nach Risikoappetit natürlich unterschiedlich aus. Einigkeit besteht aber darin, dass die Kursschwankungen, die sogenannte Volatilität, in den kommenden Monaten höher bleiben dürfte als in der ungewöhnlich schwankungsarmen Zeit zuvor. 2018 bietet also wohl ein Börsenumfeld, in dem das aktive Fondsmanagement zeigen sollte, was es kann. Ob die Aktienmärkte in einer längeren Seitwärtsbewegung Kraft für einen Aufschwung auf neue Höchstkurse sammeln, wird sich zeigen.

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