Verdiene ich genug – oder arbeite ich unter meinem Wert?

Verdiene ich genug – oder arbeite ich unter meinem Wert?

Warum Frauen ihr Einkommen 2026 neu bewerten sollten

„Verdiene ich eigentlich genug?“ Diese Frage stellen sich viele Frauen – leise, oft im Vergleich mit Kolleg:innen oder beim Blick auf steigende Lebenshaltungskosten. 2026 ist diese Frage aktueller denn je: Inflation, hohe Mieten und unsichere Renten machen deutlich, dass Einkommen nicht nur ein Karrierethema ist, sondern eine zentrale Säule finanzieller Selbstbestimmung.

Viele Frauen unterschätzen noch immer ihren Marktwert. Gründe dafür gibt es viele: Teilzeitarbeit wegen Care-Arbeit, längere Erwerbsunterbrechungen, geringere Gehaltsverhandlungen oder das bekannte Gefühl, „nicht genug zu leisten“. Studien zeigen seit Jahren, dass Frauen seltener aktiv nach mehr Gehalt fragen – selbst bei vergleichbarer Leistung. Das Ergebnis: weniger Einkommen heute und eine deutlich niedrigere Rente morgen.

Hinzu kommt, dass klassische Gehaltsvergleiche oft wenig helfen. Frauenbiografien verlaufen häufiger nicht linear. Phasen von Elternzeit, Pflege von Angehörigen oder reduzierte Arbeitszeit werden im Lebenslauf schnell als „Nachteil“ gewertet – obwohl sie wertvolle Kompetenzen wie Organisation, Resilienz und Verantwortungsbewusstsein stärken. Diese Fähigkeiten finden in Gehaltsgesprächen jedoch selten Beachtung.

Ein realistischer Blick auf das eigene Einkommen beginnt deshalb mit anderen Fragen:

  • Reicht mein Gehalt langfristig für meine Lebenshaltungskosten?
  • Kann ich regelmäßig sparen – auch für Altersvorsorge?
  • Wie abhängig bin ich finanziell von Partner:in oder Staat?
  • Was würde passieren, wenn ich plötzlich allein für mich sorgen müsste?

Gerade Frauen sind häufiger von finanziellen Risiken betroffen: Trennung, Scheidung oder Verwitwung führen oft zu spürbaren Einkommenseinbußen. Wer sich frühzeitig mit dem eigenen Verdienst auseinandersetzt, schafft Handlungsspielraum – sei es durch Weiterbildung, einen Jobwechsel oder selbstbewusstere Gehaltsverhandlungen.

„Genug verdienen“ heißt dabei nicht, einem bestimmten Betrag hinterherzulaufen. Es bedeutet, ein Einkommen zu haben, das Sicherheit gibt, Freiheit ermöglicht und den eigenen Lebensstandard aufrecht zu erhalten.

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