Ein Gastbeitrag von Franka Becker (20 Jahre)
Hallo zusammen! Ich bin Franka, 20 Jahre alt, und wenn ich auf den Kalender schaue, sehe ich mehr als nur einen Feiertag. Mit meinen 20 Jahren gehöre ich zu einer Generation, die viele Freiheiten als selbstverständlich erlebt – und doch spüre ich, dass wir noch lange nicht am Ziel sind. Für mich ist der Weltfrauentag 2026 genauso wichtig wie der allererste im Jahr 1977.
Wir denken heute auch an Frauen, die vor Jahrzehnten für Dinge gekämpft haben, die wir heute selbstverständlich wie die Luft zum Atmen nutzen: Wählen gehen, studieren, ein eigenes Leben gestalten. Aber der Weltfrauentag ist kein Museumsstück. Er ist eine lebendige Erinnerung daran, dass Gleichberechtigung kein Ziel ist, das man einmal erreicht und dann „besitzt“. Es ist ein Versprechen an uns selbst, diesen Weg mutig weiterzugehen.
Es ist das Jahr 2026. Wir leben in einer modernen, digitalen Welt, und trotzdem schreiben wir immer noch rote Zahlen, wenn es um unsere Zeit geht. Mit einem Gender Pay Gap von 16 % arbeiten wir Frauen statistisch gesehen bis Ende Februar „unbezahlt“. Der Equal Pay Day erinnert uns schmerzhaft daran, dass unsere Arbeit, unsere Leidenschaft und unser Können oft immer noch nicht den gleichen Preis haben wie die unserer männlichen Kollegen.
Das ist für mich keine bloße Statistik. Es ist ein Gefühl von Ungerechtigkeit, das wir nicht länger hinnehmen dürfen.
Oft wird uns nachgesagt, wir Frauen seien „emotionaler“. Ich sage: Wir haben ein unbändiges Durchhaltevermögen. Wir brechen alte Rollenbilder auf, weil wir wissen, dass Erfolg kein Geschlecht kennt.
- Wir wollen joggen gehen, wenn es dunkel wird, ohne den Schlüsselbund als Waffe in der Hand zu halten.
- Wir wollen keine Sätze hören wie „Für eine Frau fährst du aber gut“.
- Wir wollen einfach als das gesehen werden, was wir sind: Menschen mit Rechten, Gefühlen und einem unglaublichen Können.
Deine Freiheit hat eine Währung: Finanzielle Unabhängigkeit
Es gibt einen Punkt, der mir besonders am Herzen liegt: Finanzielle Unabhängigkeit. Sie ist das Fundament unserer Freiheit. Es reicht nicht, nur die gleichen Rechte auf dem Papier zu haben. Wir müssen uns aktiv darum kümmern, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen.
Egal ob es um die eigene Vorsorge, das Gehalt oder das Wissen über Finanzen geht: Eigenes Geld bedeutet eigene Entscheidungen. Nur wenn wir wirtschaftlich unabhängig sind, sind wir wirklich frei von alten Abhängigkeiten und können unser Leben nach unseren eigenen Regeln gestalten. Das ist der wichtigste Schritt, um die Lohnlücke für die Generationen nach uns endgültig zu schließen.
Wir haben in den letzten Jahren so viel erreicht, worauf wir stolz sein können. Aber lasst uns diesen Stolz als Treibstoff nutzen. Wir müssen weiter für unsere Rechte einstehen – füreinander und für uns selbst.
Am Ende geht es nicht um diesen einen Tag im März. Es geht um die Gleichberechtigung in jedem einzelnen Moment unseres Lebens. Lasst uns laut bleiben, lasst uns sichtbar sein und lasst uns unabhängig sein!
Eure Franka


