Lohnt sich der Umstieg auf ein E-Auto?

Keine Abgase, geringe Betriebs- und Wartungskosten, kaum Verschleiß – immer mehr Menschen schätzen die Vorteile von Elektroautos. Früher musste man sich beim Autokauf nur zwischen Diesel und Benziner entscheiden, heute machen E-Autos den herkömmlichen Fahrzeugen Konkurrenz. Ist ein E-Auto wirklich kostengünstiger?

Wie funktioniert ein E-Auto?

Im Gegensatz zu einem Auto mit Verbrennungsmotor fährt ein Elektroauto nicht mit Treibstoff, sondern mit Strom. Der Antrieb eines Elektroautos besteht aus einem Akku, einem oder mehreren Motoren sowie einem Lade- und Leistungsmanagement. Der Aufbau eines Elektroautos folgt einer „Skateboard-Architektur“: Der Lithium-Ionen-Akku liegt geschützt im Unterboden zwischen den Achsen, der Elektromotor und die Leistungselektronik befinden sich an der Vorder- und Hinterachse. Elektromotoren haben viele Vorteile: sie sind zuverlässig, verschleißarm, leise und vibrationsfrei. Zum Aufladen der Batterie gibt es öffentliche Ladestationen; zu Hause können E-Autos mit einer sogenannten Wallbox, einer Heimladestation, „aufgetankt“ werden.

Was spricht für ein E-Auto?

Viele Menschen schrecken zunächst vor Elektroautos zurück: Der Anschaffungspreis liegt nach wie vor höher als bei Modellen mit Verbrennungsmotor. Doch der Staat fördert den Kauf eines E-Autos mit der E-Auto-Prämie: Der Zuschuss beim Kauf eines Elektroautos kann bis zu 9000 Euro betragen. Auch der Einbau von Wallboxes wird staatlich gefördert. Wenn Sie sich ein E-Auto angeschafft haben, belohnt das der Staat zudem mit Steuervorteilen: Elektroautos, die zwischen dem 18. Mai 2011 und dem 31. Dezember 2025 erstmals zugelassen werden, sind zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit.  Neben der staatlichen Förderung überzeugen E-Autos durch ihre geringen Wartungskosten: Anders als bei herkömmlichen Pkws befinden sich in E-Autos kaum Verschleißteile. Dadurch sind die Kosten für die Inspektion deutlich geringer und es muss kein Geld für Öl-, Filter-, Zündkerzen- und Zahnriemenwechsel oder eine neue Kupplung ausgegeben werden. Als E-Autofahrer profitieren Sie darüber hinaus von Parkprivilegien in einigen Städten und müssen keine Dieselfahrverbote oder Umweltzonen fürchten – Elektroautos sind während der Fahrt emissionsfrei unterwegs.

Umstieg: ja oder nein?

Im Vergleich zu Benzinern oder Diesel-Autos haben Elektrofahrzeuge aber auch Nachteile: Hohe Anschaffungspreise, geringe Reichweiten, lange Ladezeiten, eine noch nicht ausreichend ausgebaute Ladeinfrastruktur, hohe Kosten bei defekten Batterien, vergleichsweise geringe Auswahl beim E-Auto-Kauf sowie eine geringe Anhängelast. Zudem ist immer wieder umstritten, wie umweltfreundlich Elektrofahrzeuge tatsächlich sind. Zwar erzeugen sie während der Fahrt keine direkten Emissionen, doch auch der Strom, mit dem sie fahren, muss erst produziert werden. Nur bei grünem Strom verbessert sich die Ökobilanz der elektrisch angetriebenen Fahrzeuge. Zudem steht die energieaufwendige Produktion der Batteriezellen in der Kritik: Der Abbau von Lithium, Kobalt und anderen Rohstoffen für die Batterien gefährdet die Umwelt in den Ursprungsländern und die Gesundheit der Minenarbeiter, bedingt durch die schlechten Arbeitsbedingungen vor Ort.

Fazit:

Ob sich die Anschaffung eines Elektroautos für Sie lohnt, ist wesentlich von Ihrem Fahrverhalten und ihren persönlichen Lademöglichkeiten abhängig. Deshalb sollten Sie individuell nach diesen Kriterien berechnen, ob Sie mit einem E-Auto oder einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor günstiger unterwegs sind.

 

Autorin des Artikels:

Korinna Littschwager-Humml
Geprüfte Finanzanlagenfachfrau & Geschäftsführerin

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